Die AOK-Initiative für Familien
Gruppe von Kindern in Judokis.
Siegen durch Nachgeben

 

 

Judo für Kinder

Judo ist ein Kampfsport, der Körper und Geist schult, Selbstverteidigung lehrt und sehr gut für Kinder geeignet ist. Beim Judo geht es aber keineswegs um Schläge und Tritte. Was Eltern und Kinder über den Sport wissen müssen, lesen Sie hier.

Judo trainiert den ganzen Körper

Abrollen, greifen oder werfen – beim Judo können sich Ihre Kinder so richtig austoben. Geschafft, aber glücklich kommen sie vom Training, das den ganzen Körper fordert. Die Kontrolle über den eigenen Körper ist nur ein Beispiel für die vielen Herausforderungen beim Judo: Arme und Beine sind pausenlos in Bewegung – mal schnell, mal mit Kraft, und das in mehrere Richtungen gleichzeitig.

Während Ihr Nachwuchs versucht, das eigene Gleichgewicht zu halten, befördert er sein Gegenüber blitzschnell auf die Matte. So lernen Ihre Kinder Koordination und Konzentration und bewegen sich mit jeder Trainingseinheit geschickter. Gerade wegen der ausgewogenen Kombination aus Kraft, Ausdauer, Koordination und Geschicklichkeit empfehlen Ärzte Judo für Kinder ab fünf Jahren so oft als Sport.

 

Der sanfte Weg

„Judo“ ist Japanisch und heißt übersetzt „sanfter Weg“. Die beliebte Kampfsportart lehrt Werte wie Fairness und Respekt und beruht auf dem Grundprinzip „Siegen durch Nachgeben“. Heutzutage trainieren Sportlerinnen und Sportler in mehr als 150 Ländern der Welt Judo – sie sind die sogenannten Judoka.

Durch Judo fürs Leben lernen

Respekt, Ehrlichkeit und Fairness sind feste Bestandteile des Sports. Vor jedem Kampf verbeugen sich Judoka voreinander und bekennen sich zu den Werten des im 19. Jahrhundert entstandenen Sports. Echte Gegner hat Ihr Nachwuchs beim Judo nicht. Vielmehr stehen sich Kämpferinnen und Kämpfer auf der Judomatte als Partner gegenüber, die in einem fairen und geregelten Zweikampf ihr Können vergleichen.

Auch wenn Judo ein Kampfsport ist: Ihre Kinder lernen beim Training den respektvollen Umgang mit anderen Menschen. „Gewalt hilft nie“, so eine zentrale Lehre des Sports. Judo zeigt Ihren Kindern Möglichkeiten zur Lösung von Konflikten und Problemen auf, die auch in Schule oder Freizeit funktionieren. Hürden meistern sie dank des Sports selbstbewusster. Durch klare Regeln übt Ihr Nachwuchs Geduld und Disziplin.

Judo – kleines Regel-Einmaleins

Ziel des Wettkampfs ist es, den Partner mit Technik, Kraft und Tempo kontrolliert auf den Rücken zu werfen. Von einem „Ippon“ sprechen Judoka, wenn der Rücken des Partners die Matte nach einer Aktion vollständig berührt. Der Kampf ist damit zu Ende. Ein Ippon ist die bestmögliche Wertung – aber keineswegs die einzige Möglichkeit, zu punkten. Eine Faustregel für Anfänger: Je größer der Teil des gegnerischen Rückens ist, der den Boden berührt, desto mehr Punkte gibt es.

Judo-Techniken – drei Grundtypen

  • Wurftechniken: Judoka wenden Bein-, Fuß-, Hüft-, Hand- oder Armwürfe an, um den Partner vom Stand in die Bodenlage zu befördern und dadurch zu punkten. Die einzelnen Wurftechniken haben jeweils ein anderes Angriffsziel. Insgesamt lernen Ihre Kinder bis zu 67 Angriffsvarianten.
  • Falltechniken: Um sich nicht zu verletzen und in einer guten Ausgangsposition zu bleiben, lernen Judoka, gezielt zu fallen. In der Fallschule trainieren Ihre Kinder spezielle Falltechniken: seitwärts, rückwärts und vorwärts. Der Fall nach vorne ist auch als Judorolle bekannt.
  • Bodentechniken: Am Boden setzt Ihr Nachwuchs beim Judo vor allem Haltegriffe und Hebeltechniken ein. Ziel ist es auch hier, den Kampfpartner auf den Rücken zu drehen oder zum Aufgeben zu bringen.

Judo-Gürtel und ihre Bedeutung

Die Farbe des Judo-Gürtels gibt Auskunft über das Können der Judoka: Schüler tragen zu Beginn einen Weißen Gürtel, Meister den Schwarzen. Dazwischen gibt es viele weitere Farben und Grade. Um den nächsthöheren Gürtel zu erreichen, müssen Ihre Kinder ein bestimmtes Alter haben und eine Prüfung ablegen. Für den Weiß-Gelben Gürtel, der auf den Weißen folgt, müssen sie beispielsweise rückwärts und seitlich fallen können, zwei Wurf- und Bodentechniken zeigen und drei Kampfübungen vorführen. Die jeweils nächste Prüfung ist eine zusätzliche Motivation für Ihre Kinder.

Einen Judo-Verein suchen

Suchen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern einen Verein, der Schnupperstunden anbietet. So können Ihre Kinder den neuen Verein, die Trainingshalle und die Judokas kennenlernen und ausprobieren, ob ihnen der Kampfsport Spaß macht. Alternativ können Sie sich in der Schule Ihres Kindes erkundigen, ob eine Judo-AG angeboten wird – oder dies anregen.

Was Ihre Kinder fürs Judo brauchen

Die Beiträge für Mitglieder sind von Verein zu Verein unterschiedlich. In der Regel liegen die Monatsbeiträge zwischen 5 und 20 Euro. Die weiße Sportkleidung, die Judogi heißt, können Sie anfangs ausleihen und später relativ günstig kaufen. Kinder-Judogi fangen bei 20 Euro an. Prüfungen und Gürtel kosten ebenfalls einen kleinen Betrag.