Die AOK-Initiative für Familien
Ein Junge baut einen Turm aus Zuckerwürfeln
Wann wird Zucker zum Problem?

 

 

Warum zu viel Zucker gefährlich ist

Ob in Schokolade, Gummibären oder Limonade: Zucker versüßt Ihrer Familie das Leben. Er schmeckt gut und liefert notwendige Energie. Erfahren Sie, wie Süßes auf Eltern und Kinder wirkt – und warum Zucker zum Problem werden kann.

Rund 90 Gramm Zucker verbrauchen Deutsche im Durchschnitt pro Tag. Zu viel, urteilt die Weltgesundheitsorganisation (WHO): Für Kinder empfiehlt sie höchstens 25 Gramm Zucker täglich, für Erwachsene 50 Gramm. Das entspricht nicht mehr als 6 Teelöffeln für Ihren Nachwuchs und 12 Teelöffeln für Sie als Eltern.

Zucker liefert Energie

Ohne Zucker können Menschen nicht laufen, atmen oder denken. Damit der menschliche Körper funktioniert, müssen die Mitglieder Ihrer Familie aber nicht löffelweise Zucker essen. Ihr Organismus kann den nötigen Brennstoff aus Lebensmitteln wie Vollkornbrot, Nudeln oder Kartoffeln herstellen.

Ihre Verdauungsorgane spalten Haushaltszucker in Fruktose und Glukose, also Frucht- und Traubenzucker. Vom Darm gelangen die Zuckerbausteine ins Blut, das den Brennstoff zu den Muskeln und Organen transportiert. Als schneller Energielieferant dient in erster Linie Traubenzucker.

Allein Ihre Gehirnzellen benötigen täglich rund 140 Gramm Glukose. Mit 400 Kalorien pro 100 Gramm liefert Haushaltszucker zwar jede Menge Energie. Im Vergleich mit Kohlenhydraten aus Vollkornprodukten ist der Energieschub aber viel schneller wieder verpufft. Langkettige Kohlenhydrate müssen dagegen erst zu einzelnen Glukosemolekülen abgebaut werden, dadurch sättigen sie stärker und halten länger vor.

Zu viel Zucker macht dick

Ungesunde Lebensmittel enthalten neben zu viel Fett und Salz vor allem zu viel Zucker. Isst Ihre Familie regelmäßig mehr Zucker als nötig, lagert der Körper den Überschuss als Zuckerspeicher in den Zellen ein. Sind die Speicher voll,verwandelt er den Zucker in Fettpolster an Hüften, Bauch, Po oder in der Leber. Übergewicht und eine Fettleber drohen.

80 Prozent aller im Supermarkt angebotenen Lebensmittel enthalten laut einer AOK-Studie zusätzlichen Zucker.
90 Gramm Zucker konsumieren die Deutschen pro Tag, nicht mehr als 50 Gramm sollten es laut Weltgesundheitsorganisation sein.
18 Prozent der 11- bis 17-Jährigen in Deutschland sind übergewichtig bis extrem übergewichtig.

Eine Studie der Universität Hamburg im Auftrag der AOK zeigt, dass rund 60 Prozent aller Lebensmittel-Websites Kinder zum Konsum von zuckerhaltigen Produkten ermuntern. Vielen Eltern ist nicht bewusst, dass die Hersteller rund 80 Prozent aller Lebensmittel aus dem Supermarkt künstlich Zucker zusetzen.

Zu viel Zucker macht krank

„Der Anstieg von Volkskrankheiten wie Übergewicht und Diabetes sowie hohe gesundheitsökonomische Kosten sind die Folgen“, warnt Dr. med. Kai Kolpatzik, Leiter der Abteilung Prävention im AOK-Bundesverband. Dass Zucker schlecht für die Zähne ist und Karies verursacht, bringen Eltern ihren Kindern schon sehr früh bei. Doch selbst wenn Familien bewusst auf Haushaltszucker verzichten: Vor allem durch Säfte und Softdrinks nehmen Kinder und Erwachsene immer mehr Fruchtzucker auf.

Zu viel Zucker fördert Typ-2-Diabetes

Wenn Kinder oder Erwachsene Zucker essen, steigt ihr Blutzuckerspiegel. Als Reaktion darauf schüttet ihre Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin aus, das den Zucker als Energiespender in ihre Körperzellen schleust. Insulin reguliert also den Blutzuckerspiegel.

Ist die Zucker- und Energiezufuhr über Jahre zu hoch und kommt dazu noch ein ungesunder Lebensstil – dazu gehören zum Beispiel zu wenig Bewegung, ungesunde Ernährung sowie Dauerstress – kann das System allmählich zusammenbrechen: Die Zellen sprechen immer weniger auf den Botenstoff Insulin an. Mit der Zeit entsteht aus dieser Resistenz ein Diabetes mellitus Typ 2: Der Zucker gelangt nicht mehr in die Zellen. Dadurch bleibt der Blutzuckerspiegel erhöht und kann Blutgefäße und Nerven schädigen.