Die AOK-Initiative für Familien
Ein kleines Mädchen schreit im Garten
Lärm kann stressen

 

 

Lärm – Lebensfreude und Stress zugleich

Lachen, quieken oder schreien: Lärm und laute Geräusche machen Kindern Spaß und sind Ausdruck von Lebensfreude. Doch Kinder brauchen auch Ruhe. Ständiger Krach stört die Konzentration und kann Gehör und Gesundheit schaden.

Kinder brauchen in ihrer Freizeit Freiräume, in denen sie nach Herzenslust Lärm machen dürfen. Wenn Ihr Nachwuchs seine Stofftiere lautstark zum Leben erweckt oder kreischend durch den Hausflur rennt, verschafft er sich im wahrsten Sinne des Wortes Gehör. Die Kehrseite: Nachbarn, Eltern und Geschwister fühlen sich durch lautes Getöse aus dem Kinderzimmer nicht selten gestört und beschweren sich.

Tipp: Draußen im Garten oder auf dem Spielplatz können Ihre Kinder ausgiebig Radau machen. Sprechen Sie nach Möglichkeit mit Ihren Nachbarn Zeiten ab, in denen Ihre Kinder auch drinnen lauter toben dürfen.

Was ist Lärm?

Geräusche entstehen durch Schwingungen und breiten sich in der Luft als Schallwellen aus. Die Lautstärke, also die Stärke des Schalls, können Experten messen. Den sogenannten Schalldruckpegel geben sie in Dezibel (dB) an. Zum Vergleich: Während eine normale Unterhaltung 55 bis 60 Dezibel hat, lärmt ein Presslufthammer mit 100 bis 110 Dezibel.

Schall wird zu Lärm, wenn er bewusst oder unbewusst stört. Je mehr Dezibel der Schall hat, desto mehr Menschen empfinden ihn als unangenehm. Dabei ist das menschliche Lärmempfinden unterschiedlich. Während der laut brummende Rasenmäher manche Leute wenig stört, nervt er andere sehr.

Es ist wichtig, das Gehör zu schützen, damit es nicht schon in jungen Jahren geschädigt wird.Thomas Ebel, Arzt im AOK-Bundesverband

Lärmschutz statt Hörschaden

In den vergangenen 24 Jahren haben sich Hörstörungen bei Kindern und Jugendlichen verdoppelt. Starker Lärm kann das Trommelfell, das Mittel- und das Innenohr schädigen. Geräusche ab 85 Dezibel können zu bleibenden Hörschäden führen, wenn Ihr Kind ihnen über längere Zeit ausgesetzt ist.

85 Dezibel entsprechen in etwa dem Lärm einer Autobahn. Steigt der Schalldruckpegel über 110 Dezibel, wird die Lautstärke für das menschliche Gehör unangenehm, wie zum Beispiel die wummernde Musik in einer Diskothek. Eine Trillerpfeife direkt am Ohr erzeugt 130 Dezibel. Diese Lautstärke empfinden wir als schmerzhaft.

Auch Lautstärken unter 85 Dezibel können Hörschäden verursachen, wenn das Gehör Ihres Kindes ihnen regelmäßig ausgesetzt ist. Ein Beispiel ist häufiges Musikhören per Kopfhörer. Wird das Gehör Ihrer Tochter oder Ihres Sohnes durch eine zu laute Geräuschkulisse zeitweilig geschädigt, erholt es sich meist nach einer Ruhepause von selbst. Bei dauerhafter Überlastung drohen dagegen chronisches Ohrenpfeifen oder bleibende Schwerhörigkeit.

Kinderohren vor Lärm schützen

Over-Ear-Kopfhörer schützen gegen gelegentlichen Lärm, etwa durch Flugzeuge.

Icon: spielendes Kind

Spielzeug: Kaufen Sie keine Krachmacher wie Spielzeugpistolen, Knackfrösche oder Kindertrompeten.

 MP3-Player: Achten Sie auf ein Gerät, bei dem die Lautstärke vom Hersteller begrenzt ist.

Lärm stresst und macht krank

Lärm kann Menschen krank machen. Er belastet die Ohren und sorgt dafür, dass unser Körper Stresshormone ausschüttet. Ist Ihr Kind dauerhaftem Lärm ausgesetzt, können Kopfschmerzen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, erhöhter Blutdruck, Herz-Kreislauf-Probleme oder psychosomatische Störungen die Folge sein.

Ruhe als Ausgleich

Phasen der Stille und Entspannung sind wichtig für Ihr Kind: Beschäftigungen wie Malen, Lesen, Puzzeln oder ein ausgedehnter Waldspaziergang fördern die Konzentration, sorgen für eine Auszeit vom Alltagslärm und machen Eltern und Kindern gleichermaßen Spaß.