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Der richtige Umgang mit Zucker: Ein Mädchen wählt zwischen Apfel und Lutscher
Ernährung ohne viel Zucker

 

 

Der richtige Umgang: Wie viel Zucker ist okay?

Eltern möchten ihre Kinder gesund ernähren. An der Frage, wie viel Süßes für ihre Kinder in Ordnung ist, kommen sie nicht vorbei. Die wichtigsten Antworten zum Thema Süßigkeiten gibt unser Artikel.

Kekse, Bonbons, Schokolade oder Gummibärchen – Kinder haben eine Leidenschaft für süße Leckereien. Diese Vorliebe ist angeboren. Wenn sie wählen können, bevorzugen schon Säuglinge den süßen Geschmack und entscheiden sich so instinktiv für Zucker, den sie für ihr Wachstum brauchen.

Süßigkeiten fördern Übergewicht

Naschwerk enthält neben Zucker vor allem Fett und hat viele Kalorien. Wichtige Nährstoffe wie Vitamine, Ballast- und Mineralstoffe fehlen dagegen. Ist die Ernährung Ihres Kindes bereits unausgewogen, führt zu viel Zucker schnell zu Übergewicht. Darum sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind nicht zu viel Süßes nascht. Dazu gehören auch zuckerhaltige Getränke wie Säfte oder Limonaden. Experten empfehlen, dass Ihr Kind im Vorschulalter nicht mehr als zehn Prozent seines täglichen Energiebedarfes durch Süßes decken sollte.

Wie viel Süßes darf mein Kind konkret zu sich nehmen?

Auf die Menge kommt es an: Pro Tag eine Kinderhand voll Süßigkeiten geht in Ordnung. Mit dem Alter Ihres Kindes wächst die Hand und damit auch die Menge der Süßigkeiten. Ähnlich verhält es sich mit süßen Getränken. Vier- bis Sechsjährige können bis zu 380 Milliliter Limonade trinken, ohne die empfohlene Grenze von zehn Prozent der Tageskalorienmenge in Form von Süßigkeiten zu überschreiten. Bei den Sieben- bis Neunjährigen sind es schon 460 Milliliter und im Alter von zehn bis zwölf dürfen sie schon 513 Milliliter trinken. Immer vorausgesetzt, dass die Limonade die einzige Süßigkeit des Tages bleibt. Worauf Sie sonst noch achten sollten:

  • Bis Ihr Kind verantwortungsvoll mit Süßem umgehen kann, sollten Sie als Eltern die Süßigkeiten verwalten. Einmal am Tag darf sich der Nachwuchs etwas aussuchen.
  • Stellen Sie klare Regeln auf, wann genascht werden darf. Vor den Mahlzeiten sollten Süßigkeiten tabu sein.
  • Ihr Kind sollte Süßes nicht nebenbei beim Spielen oder Fernsehen in sich hineinstopfen.
  • Bieten Sie Ihrem Kind möglichst oft geschnittenes Gemüse oder einen bunten Obstteller statt Süßigkeiten an.

Süßigkeiten nicht verbieten

Egal ob in den Medien oder im Alltag – Naschereien begegnen Ihrem Kind überall. Als Eltern können Sie diesen Einfluss kaum verhindern und Verbote bewirken meist das Gegenteil vom erhofften Effekt: Sie steigern den Reiz nur noch. Besser Ihre Tochter oder Ihr Sohn lernt rechtzeitig, mit den süßen Verlockungen umzugehen.

60 Prozent der Webseiten beinhalten mindestens ein Marketing-Element, das sich an Kinder richtet.
2700 Marketingmaßnahmen der Lebensmittelindustrie begegnen Kinder pro Jahr mindestens im Internet.
7800 Werbemaßnahmen bekommen Kinder im Netz jährlich im Höchstfall zu sehen. (Quelle: Studie des AOK-Bundesverbandes von 2017)

Dabei hilft es, wenn Sie selbst ein gutes Vorbild in Sachen Zucker sind. Stark gezuckerte Fertigprodukte wie Fruchtjoghurts, Desserts, Eiscreme, süße Backwaren, Frühstücksflocken, Smoothies oder Softdrinks sollten Sie gar nicht erst kaufen.

Wie Ihre Familie mit weniger Zucker auskommt

Bereiten Sie gesunde und leckere Alternativen einfach selbst zu: Nicht oder wenig gesüßte Naturjoghurts mit frischem Obst schmecken oft intensiver und besser als industrielle Produkte aus dem Supermarkt. Noch dazu machen das Aussuchen der Zutaten und das Zubereiten Ihrem Kind großen Spaß.

Ob Sie beim Backen die Zuckermenge deutlich reduzieren, süße Fruchtsäfte mit viel Mineralwasser zu Schorle verdünnen oder selbst Limonade ohne Zucker herstellen – die Geschmacksnerven sind lernfähig: Wenn Sie Schritt für Schritt weniger Zucker verwenden, gewöhnt sich Ihre Familie recht schnell an weniger gesüßte Speisen.

Schokolade ist keine Belohnung

Außerdem sollten Sie Süßigkeiten nicht als Erziehungsmittel nutzen: Lutscher, Gummibärchen oder Schokolade sind keine Motivationshilfe. Wenn Sie Süßes regelmäßig als Belohnung oder Trostpflaster einsetzen, tun Sie Ihrem Kind keinen Gefallen. Ganz im Gegenteil: Sie riskieren, dass Ihr Sprössling einen falschen Umgang mit Essen entwickelt.

Sie verhindern so, dass Ihre Kinder einen anderen Weg finden, mit Herausforderungen umzugehen. Alternativen gibt es immer: Wie wäre es zum Beispiel mit einem Ausflug ins Schwimmbad, einer gemeinsamen Bastelstunde oder einer Runde des Lieblings-Kartenspiels?

Süßigkeiten sind auch kein Snack für Zwischendurch. Obst, Gemüse-Sticks oder ein Stück Brot sind besser als Schokolade und Kekse. Für unterwegs eignen sich gesunde Pausenbrote oder Reiswaffeln als Reiseproviant.

Süßigkeiten sind kein Ersatz für Mahlzeiten und sollten Ihrem Kind nicht den ganzen Tag zur Verfügung stehen. Stattdessen darf Ihr Kind lieber einmal am Tag genüsslich und in Maßen naschen.