Die AOK-Initiative für Familien
Eine Zecke auf menschlicher Haut.
Achtung Zeckenstich!

 

 

Zecken: So schützen Sie Ihre Familie

Im Frühjahr, Sommer und Herbst sollten sich Kinder wie Erwachsene im Grünen vor winzigen Blutsaugern in Acht nehmen. Sie haben trotz Schutzmaßnahmen eine Zecke entdeckt? Wir haben Tipps, wie Sie sie schnell entfernen.

Etwa von März bis November sind Zecken auf Wiesen, in Parks, Gärten und Wäldern aktiv. Sie halten sich am liebsten dort auf, wo es warm und feucht ist: im Gebüsch, im hohen Gras und im Unterholz. Kinder, Erwachsene oder Tiere können sich ungewollt eine Zecke einfangen, wenn sie beispielsweise durchs hohe Gras am Wegrand laufen.

Zecken übertragen Krankheiten

Mit Viren oder Bakterien infizierte Zecken können durch ihren Speichel gefährliche Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose übertragen. Grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und leichtes Fieber können auf eine Ansteckung mit FSME hinweisen. Auch bei Borreliose treten häufig grippeähnliche Beschwerden auf.

Bei Krankheitsanzeichen sollten Sie auf jeden Fall zum Arzt gehen. Eine durch den Zeckenstich ausgelöste Rötung ist eine normale Entzündungsreaktion. Sie bildet sich nach Entfernen des Tieres meist innerhalb von wenigen Tagen zurück.

Info:

Frühsommer-Meningoenzephalitis kann eine lebensgefährliche Hirnhautentzündung hervorrufen. Wenn Ihre Familie in einem FSME-Risikogebiet lebt, sollten Sie sich und Ihre Kinder impfen lassen. Mehr dazu erfahren Sie bei Ihrer AOK:

Borreliose und FSME behandeln

Entdecken Sie jedoch Tage oder Wochen nach dem Stich eine sich ringförmig ausbreitende Rötung um die Einstichstelle, die sogenannte „Wanderröte“, haben Sie sich wahrscheinlich mit Borreliose infiziert. In diesem Fall sollten Sie möglichst schnell einen Arzt aufsuchen: Je früher die Borreliose mit Antibiotika behandelt wird, desto besser. Je nach Beschwerden dauert die Behandlung zwei bis vier Wochen.

Da es sich bei Frühsommer-Meningoenzephalitis um eine Viruserkrankung handelt, wirken Antibiotika nicht. Mittel zur Bekämpfung der FSME-Viren stehen bisher nicht zur Verfügung, deshalb gibt es keine direkt gegen das Virus gerichtete Therapie. Falls Sie sich angesteckt haben, kann Ihr Arzt jedoch die Symptome behandeln. Meist heilt eine FSME ohne Folgen aus – die Beschwerden können jedoch über Monate andauern.

Zecken beißen nicht, sie stechen

Zecken gehören zu den Milben und sind Spinnentiere, keine Insekten. Erwachsene Tiere haben acht Beine, einen rundlichen Körper und werden bis zu vier Millimeter groß. Wenn es im Frühjahr warm wird, machen sich die kleinen Blutsauger auf die Suche nach Wirten. Das können Mäuse, Igel oder Rehe aber auch Haustiere und Menschen sein.

Haben Zecken einen Wirt gefunden, suchen sie sich in der Regel eine Körperstelle, an der die Haut besonders zart ist: Dazu gehören zum Beispiel die Achseln, die Armbeugen, die Haut hinter den Ohren, die Kopfhaut oder die Kniekehlen. Haben sie eine Stelle gefunden, ritzen sie die Haut mit ihren Mundwerkzeugen ein, verankern sich mit ihrem Stechapparat und saugen sich mit Blut voll.

Zecken in Zahlen

3.000 Eier kann ein Weibchen nach einer Blutmahlzeit legen. Aus den Eiern schlüpfen Larven.
12 Millimeter maximal kann eine Zecke groß werden, die sich ordentlich mit Blut vollgesaugt hat.
300 Deutsche melden sich in etwa pro Jahr nach einem Zeckenstich mit einer Infektion beim Arzt.

Werden Zecken nicht entdeckt, fallen sie von selbst ab, sobald sie sich vollgesaugt haben. Das geschieht meist nach einigen Tagen, kann aber bis zu zwei Wochen dauern. Häufig rötet sich die Haut um die Einstichstelle und juckt – ähnlich wie bei einem Mückenstich.

Schutz vor Zecken

Zecken lauern im Gebüsch oder Gras. So schützen Sie sich und Ihre Familie:

  • Feste Schuhe, lange Hosen und Ärmel verhindern, dass Zecken an Ihre Haut gelangen. Stecken Sie die Hosenbeine am besten in die Socken.
  • Reiben Sie sich und ihre Kinder zusätzlich mit einem Zeckenschutzmittel ein.
  • Kinder sollten eine Kopfbedeckung tragen. Aufgrund ihrer geringen Körpergröße setzen sich Zecken häufig im Kopf-, Hals- und Ohrenbereich fest.
  • Außerdem wichtig: Suchen Sie nach einem Ausflug ins Grüne die Körper Ihrer Familienmitglieder gründlich nach Zecken ab.

Zecke richtig entfernen

Sie haben eine Zecke? Dann sollten Sie den kleinen Blutsauger möglichst schnell entfernen. Zum Entfernen erhalten Sie in der Apotheke spezielle Hilfsmittel wie Zeckenpinzetten, Zeckenkarten oder -haken. Sie sind so geformt, dass Sie die Werkzeuge zwischen Zecke und Haut schieben können, um die Zecke mit Kopf vollständig zu entfernen. Bleibt dabei der Zeckenrüssel in der Wunde zurück, kann das in manchen Fällen zu einer kleinen Entzündung führen. Diese ist jedoch in der Regel harmlos.

Und so wird’s gemacht:

Zecke mit einer Zeckenkarte entfernen