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Gesunde Süße – geht das?

 

 

Guter Zucker, schlechter Zucker? Die Alternativen

Als Dickmacher und Zahnfeind hat Haushaltszucker ein eher schlechtes lmage. Deshalb sind alternative Süßmacher gefragter denn je. Doch sind Fruchtzucker, Süßstoffe, Dicksäfte und Co. wirklich besser für Ihre Familie?

Die gute Nachricht lautet: Süßes ist nicht in jedem Fall ungesund – weder für Kinder noch für Eltern. Der menschliche Körper braucht Zuckerbestandteile, um zu funktionieren. Sie gelangen über das Blut zu den Muskeln und Organen, wo sie in Energie umgewandelt oder in speziellen Zellen gespeichert werden. Nur das Gehirn legt keinen Zuckervorrat an. Es ist darauf angewiesen, dass wir täglich Nahrungsmittel verzehren, aus denen unser Denkorgan Glukose, also Traubenzucker, als Energielieferanten beziehen kann.

Gesunde Energiespender

Wie Sie den Energiebedarf Ihrer kleinen und großen Familienmitglieder auf gesunde Weise decken, weiß Professor Andreas Pfeiffer, Leiter der Abteilung Klinische Ernährung am Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam: „Sie müssen keinen reinen Zucker essen, um Ihren Körper mit Kohlenhydraten zu versorgen.“

Obst und Vollkorn sind ideale Zuckerspender.Prof. Andreas Pfeiffer, Leiter der Abteilung Klinische Ernährung am Deutschen Institut für Ernährungsforschung

Gesunde Energielieferanten sind beispielsweise Brot, Nudeln aus Vollkorn oder Kartoffeln. Sie enthalten komplexe Kohlenhydrate, die unsere Verdauungsorgane erst mithilfe von Enzymen in einzelne Zuckerbausteine zerlegen. Der Vorteil: Unser Blutzuckerspiegel steigt dadurch langsamer, wir fühlen uns länger satt. Noch dazu liefern Vollkorn, Obst und Gemüse lebenswichtige Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe.

Zu viel Zucker macht krank

Für Erwachsene empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht mehr als 50 Gramm Zucker täglich. Die Realität sieht anders aus: Deutsche essen zu viel Zucker. Ein Erwachsener verzehrt im Durchschnitt 90 Gramm pro Tag. „Bekannt ist, dass ein erhöhter Zuckerkonsum deutliches Übergewicht begünstigt“, erklärt Professor Pfeiffer. Doch Gewichtszunahme ist nicht das einzige Problem, auch andere Krankheiten wie Karies, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder eine Fettleber drohen.

Fruchtzucker keine Alternative

Auch wenn Fruchtzucker (Fruktose) vermeintlich gesund klingt: Fruktose wird vom Körper schneller in Fett umgewandelt als Glukose. „Wenn Sie über einen längeren Zeitraum viel Fruchtzucker essen, kann das ungünstige Wirkungen auf Ihren Stoffwechsel haben, zu Übergewicht und zu einer Fettleber führen“, warnt Ernährungsexperte Pfeiffer. Auf Fertiglebensmittel mit zugesetzter Fruktose sollten Kinder und Erwachsene darum lieber verzichten.

Tipp: Achten Sie darauf, dass Ihre Kinder nicht Fruchtsäfte oder Smoothies in großen Mengen trinken. In Säften steckt weit mehr Zucker als viele denken: Ein Glas Apfelsaft von 150 Millilitern enthält beispielsweise gut 15 Gramm Zucker. Zwei Portionen Obst am Tag sind dagegen eine gesunde Alternative zu Süßigkeiten.

 

 

Frisches Obst enthält von Natur aus Fruchtzucker, den Ihr Körper besser verarbeitet als die zugesetzte Fruktose in Fertiglebensmitteln. Der Grund: Frische Früchte wie Äpfel, Bananen oder Ananas liefern neben Fruktose auch Nähr- und Ballaststoffe, die die Aufnahme und Wirkung der süßen Fracht begrenzen.

Was können Zuckeralternativen?

Vielleicht greifen Sie als Eltern lieber zu natürlicher Süße wie Honig? Haben Sie sich auch schon gefragt, ob es weitere Alternativen gibt? Stevia, Agavendicksaft oder Kokosblütenzucker gelten im Vergleich zu Haushaltszucker als die gesündere Wahl. Doch sind sie tatsächlich besser für Ihre Familie?