Die AOK-Initiative für Familien
Mutter klebt Pflaster auf Wunde des Kindes
Verletzungen vorbeugen

 

 

Erste Hilfe bei Kindern – was Eltern wissen müssen

Auch die besten Eltern der Welt können ihre Kinder nicht immer beschützen. Doch sie können sich bestmöglich auf Unfälle vorbereitet. Woran Sie denken sollten, lesen Sie hier.

Rennen, spielen, toben und staunen: Kinder unter sechs Jahren erkunden ihre Welt unbekümmert und voller Tatendrang. Ein Gespür für Gefahren und gefährliche Situationen entwickeln sie erst später. Darum sind Ihre Kinder in den ersten Lebensjahren besonders anfällig für Verletzungen oder Unfälle – ob Zuhause oder im Kindergarten.

Prävention – wie Sie Unfälle verhindern

Auf diese Tatsache müssen und können Eltern sich einstellen. Eine mögliche Reaktion ist Vorbeugung. Gestalten Sie die Umgebung Ihrer Sprösslinge möglichst sicher: Beaufsichtigen Sie Ihre Kinder beim Spielen und sorgen Sie für altersgerechtes und intaktes Spielzeug. Statten Sie die eigenen vier Wände mit sicheren Steckdosen und Treppengittern aus. Aber auch Schwimmunterricht und Verkehrserziehung helfen, Unfällen vorzubeugen.

Gute Vorbereitung – ein Verbandskasten für jeden Haushalt

Haben Sie noch keinen Verbandskasten zu Hause, sollten Sie möglichst schnell einen kaufen. Dieser kann, muss aber nicht ausdrücklich für Kinder sein. Wichtig ist, dass er folgendes Material für den Notfall enthält:

  • Mullbinden und elastische Binden
  • Verbandschere und Rettungsfolie
  • Verbandspäckchen, also eine Mullbinde mit größerer saugfähiger Wundauflage für größere, stärker blutende Wunden
  • Heftpflaster und einen Wundschnellverband: Das ist ein Heftpflaster mit Mullkissen als Wundauflage für kleine, nicht stark blutende Wunden.
  • Haut- und Schleimhautdesinfektion. Ihr Kinderarzt empfiehlt Ihnen gerne eine nicht brennende, kinderfreundliche Substanz.

Den Erste-Hilfe-Kasten lagern sie an einem leicht zugänglichen Ort, den alle Erwachsenen im Haushalt kennen. Enthält er keine Medikamente, kann er auch für den Nachwuchs problemlos zugänglich sein.

Das richtige Verhalten im Notfall

Das oberste Gebot bei einem Unfall ist, die Ruhe zu bewahren. Panische und schreiende Eltern sind keine Hilfe, sondern machen alles nur schlimmer. Mit einem klaren Kopf gilt es, einen Überblick über die Gefahrensituation zu gewinnen, Ihr Kind daraus zu befreien und die Gefahrenstelle zu sichern, damit keine weiteren Unfälle geschehen. Schalten Sie etwa den Herd ab oder drehen Sie die Sicherung heraus, sodass sich nicht noch jemand weh tut.

Beruhigen Sie Ihr Kind im Ernstfall durch ruhiges Zureden und Streicheln. Versuchen Sie auch dann Kontakt aufzunehmen, wenn Ihr Kind Sie scheinbar nicht hören kann. Gleichzeitig untersuchen Sie Ihr Kind auf sichtbare Verletzungen. Auch Atmung, Herzschlag und Puls sollten Sie nach einem Unfall unbedingt kontrollieren.

Die Erste Hilfe hängt natürlich von der Art der Verletzung ab. In unserer Bildergalerie stellen wir Ihnen fünf typische Unfälle vor und zeigen Ihnen, wie Sie im besten Fall reagieren:


Ob starke Schmerzen, Blutverlust, Atemnot oder Bewusstlosigkeit – schwere Notfälle haben eines gemeinsam: Wählen Sie 112 und rufen Sie so schnell wie möglich den Notarzt. Darüber hinaus sollten sie die Telefonnummern von Kinderarzt, Hausarzt und Krankenhaus für den Fall der Fälle immer parat halten.

Tipp: Viele Hilfsorganisationen wie das „Deutsche Rote Kreuz“ oder „Die Johanniter“ bieten günstige Kurse für die Erste Hilfe bei Säuglingen und Kleinkindern an. Dort lernen Sie, wie Sie bei verschiedenen Kindernotfällen richtig reagieren und helfen. Über das Wann und Wo informieren Sie sich am besten bequem im Internet.