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Grippe: Eine Mutter fühlt die Stirn ihrer Tochter
Bei Grippe ab ins Bett

 

 

Grippe bei Kindern: Was Eltern tun können

Eine Grippe ist keine Erkältung. Ihre Viren schwächen den gesamten Körper. Fiebert Ihr Kind neben Kopf- und Gliederschmerzen auch am dritten Tag noch, sollten Sie zum Kinderarzt gehen. Lesen Sie, was sonst noch wichtig ist.

Husten oder eine verstopfte Nase sind bei Kindern keine Seltenheit. Oft sind sie Anzeichen für eine Erkältung, von vielen auch grippaler Infekt genannt. Doch gerade im Herbst und Winter kann Ihr Kind leicht an einer „echten“ Grippe erkranken.

Ursachen: Was ist Grippe und wie entsteht sie?

Eine Grippe ist eine akute Erkrankung der Atemwege, die Ärzte auch Virusgrippe oder Influenza nennen. Auslöser der Krankheit sind Influenzaviren, mit denen sich Ihr Kind zum Beispiel in der Schule oder in der Kita anstecken kann. Da es Hunderte von unterschiedlichen Grippeviren gibt, kann Ihre Familie immer wieder an Grippe erkranken.

Sie beginnt meist akut mit hohem Fieber: Ihr Kind fühlt sich krank, ist müde und hat keinen Appetit. Besonders bei Kleinkindern kann eine Grippe mit Folgeerkrankungen wie Nasen-Nebenhöhlenentzündung und Mittelohrentzündung verbunden sein. In schweren Fällen kann eine Virusgrippe zu gefährlichen Komplikationen wie etwa einer Lungenentzündung führen. Säuglinge, Kleinkinder, schwangere Frauen, ältere Menschen und Menschen mit Immunerkrankungen sind besonders gefährdet.

Virusgrippe – Ansteckung vermeiden

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Händewaschen: Erreger werden meistens per Hand übertragen. Gründliches Händewaschen mit Seife schützt vor Ansteckung.

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Stoßlüften: Öffnen Sie drei- bis viermal am Tag alle Fenster ganz weit. Das verringert die Zahl der Viren in der Raumluft.

Fernhalten: Wenn Ihr Kind akute Grippe hat, sollten alle anderen Familienmitglieder den Kontakt soweit es geht meiden.

Was sind Anzeichen für Influenza?

Manche Grippe-Symptome treten auch bei Erkältung auf: Die Nase läuft, Ihr Sprössling hustet und hat Kopfweh. Bei Influenza sind allerdings nicht nur die Atemwege betroffen, sondern der ganze Körper. Hat Ihr Sohn oder Ihre Tochter sich angesteckt, setzt die Grippe für gewöhnlich schnell und mit starken Beschwerden ein, die nach etwa einer Woche langsam wieder nachlassen. Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Nachwuchs Grippe hat, sollten sie mit ihm zum Kinderarzt gehen.

Typische Grippe-Symptome sind:

  • Mehr als 38 Grad Fieber
  • Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Ihr Kind fühlt sich müde, kraftlos und krank
  • Es hustet trocken und hat Schnupfen
  • Ihr Nachwuchs hat keinen Appetit
  • Bei Säuglingen kann auch Übelkeit oder Erbrechen auftreten

Wie kann ich Grippe behandeln?

Bislang gibt es gegen Influenzaviren nur wenige Medikamente, die die Dauer der Erkrankung allenfalls leicht verkürzen. Ihr Kinderarzt behandelt darum in erster Linie Symptome wie hohes Fieber oder Husten. Dabei greift er auf bewährte Arzneimittel zurück.

Beliebte Hausmittel wie Hühnerbrühe, Kräutertee, Inhalationen oder Vitamintabletten nützen bei Grippe nichts. Am besten sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind im Bett bleibt, viel schläft, genügend trinkt und die Grippe allmählich auskuriert.

Antibiotika helfen nicht

Bei Grippe verschreiben Ärzte keine Antibiotika. Sie sind sie wirkungslos, weil Influenza eine Viruserkrankung ist. Helfen können Antibiotika nur, wenn neben Viren auch Bakterien die Atemwege Ihres Kindes infiziert haben.

Wie kann ich einer Grippe vorbeugen?

Erkältungs- und Grippeviren werden durch direkten Kontakt mit anderen Menschen übertragen, so etwa durch Händeschütteln oder Umarmungen. Ihr Kind kann sich aber auch über Gegenstände wie Türgriffe oder Spielzeuge anstecken, die von vielen Menschen berührt werden. Meiden Sie den Kontakt mit Grippeviren, wo es nur geht.

Konkret heißt das zum Beispiel, dass Sie Bad, Küche und Wohnzimmer stets gründlich reinigen und benutzte Taschentücher sofort in den Müll werfen sollten. Auch wenn die Symptome nachlassen, kann Ihr Nachwuchs noch bis zu einer Woche ansteckend sein und sollte solange nicht in den Kindergarten oder die Schule gehen.

Schützen können Sie Ihre Familie auch durch eine Grippeschutzimpfung. Sie senkt das Gripperisiko um mehr als die Hälfte. Weil ständig neue Formen von Grippeviren entstehen, müssen Sie den Impfschutz allerdings jedes Jahr erneuern. Und das, bevor im Herbst die ersten Grippefälle auftreten.