Die AOK-Initiative für Familien
Mutter kämmt Läuse aus dem Haar der Tochter
Das hilft gegen die kleinen Plagegeister

 

 

So wird Ihr Kind Kopfläuse wieder los

Sie jucken, sie krabbeln, sie nerven: Kopfläuse sind bei Kindern ein weit verbreitetes Ärgernis. Vor allem in Kitas, Kindergärten und Schulen kommen Sie vor. Erfahren Sie, warum Läusebefall nichts mit Schmutz zu tun hat – und wie Sie die lästigen, aber harmlosen ungebetenen Gäste wieder loswerden.

Was sind Kopfläuse?

Kopfläuse sind Parasiten, die sich im menschlichen Haar einnisten und Blut aus der Kopfhaut saugen. Sie legen Eier, sogenannte Nissen, aus denen nach etwa einer Woche neue Läuse schlüpfen. Ausgewachsene Exemplare sind kleiner als ein Streichholzkopf, aber dennoch mit bloßem Auge zu erkennen. Oft verursachen Ihre Bisse einen starken Juckreiz. Abgesehen davon sind Läuse aber harmlos: Die flügellosen Insekten übertragen keine Krankheiten.

Wo ist das Risiko für Läusebefall besonders hoch?

Prinzipiell können sich Kopfläuse bei jedem Menschen einnisten. Entgegen gängiger Vorurteile ist mangelnde Hygiene kein Grund für Läusebefall: Saubere Haare sind den Parasiten ebenso willkommen wie ungewaschene. Besonders häufig tauchen sie in Kitas, Kindergärten oder Schulen auf: Wenn Kinder miteinander spielen, raufen oder toben, werden die Kopfläuse durch direkten Körperkontakt übertragen und breiten sich rasch aus.

4 Millimeter groß können ausgewachsene Kopfläuse werden.

 

 

10 Prozent der europäischen Kinder hatten schon einmal Kopfläuse.

 

 

Woran erkenne ich, dass mein Kind Kopfläuse hat?

Juckreiz ist ein Indiz, aber noch kein Nachweis für Kopfläuse. Ganz sicher können Sie erst sein, wenn Sie auf dem Kopf Ihres Kindes eine Laus entdeckt haben. Sie erkennen die Parasiten an ihrer graubraunen Farbe, ihrem flachen Körper und sechs Beinen. Anders als Flöhe können Läuse nicht springen.

Nissen finden Sie in der Regel hinter den Ohren oder im Nacken. Die Eier kleben fest an den Haaransätzen, meist in einem Abstand von nicht mehr als einem Zentimeter zur Kopfhaut. Während Sie ausgewachsene Kopfläuse mit bloßem Auge erkennen können, brauchen Sie für das Aufspüren von Nissen eine Lupe.

Was tun, wenn mein Kind Kopfläuse hat? 

Sollten Sie bei Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn Läuse oder Nissen gefunden haben, müssen Sie nicht unbedingt zum Arzt gehen. Mit der richtigen Behandlung entfernen Sie die Parasiten ganz einfach selbst. So sollten Sie vorgehen:

  • Kämmen Sie die feuchten Haare Ihres Kindes über zwei Wochen alle drei Tage mit einem speziellen, sehr feinen Läusekamm aus.
  • Um sicherzugehen, dass keine Laus überlebt, legen Sie den Kamm nach Gebrauch für zehn Minuten in mindestens 60 Grad heißes Wasser.
  • Behandeln Sie Ihr Kind mit einer als wirksam anerkannten Therapie und lassen Sie sich dazu von Ihrem Apotheker beraten. Sie haben drei unterschiedliche Therapiemöglichkeiten zur Auswahl: Mittel auf Insektizid- oder Silikonbasis sowie pflanzliche Präparate. Eine Liste der amtlich anerkannten Mittel finden Sie beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).
  • Halten Sie sich streng an die Gebrauchsanweisung und brechen Sie die Behandlung nicht vorzeitig ab.
  • Untersuchen Sie alle Familienmitglieder auf Kopflausbefall und behandeln Sie sie gegebenenfalls. So vermeiden Sie Reinfektionen.

Wie lange muss mein Kind zu Hause bleiben?

Schon nach der ersten Behandlung mit einem anerkannten Läusemittel darf der Nachwuchs wieder zur Schule oder Kita. Vielen Einrichtungen reicht eine mündliche oder schriftliche Erklärung über die Behandlung. Andere verlangen ein ärztliches Attest. Führen Sie die Behandlung unbedingt nach vorgeschriebener Art zu Ende. Nur so bekämpfen Sie die Kopfläuse sicher.

Tipp: Um das Risiko einer Übertragung zu minimieren, sollten andere Menschen direkten Kontakt mit dem Kopf Ihres Kindes vermeiden. Achten Sie außerdem darauf, dass niemand die Kämme, Bürsten oder Mützen Ihres Kindes nutzt. Waschen Sie Bettwäsche bei mindestens 60 Grad und verschnüren Sie Kuscheltiere für einen Tag in einer Plastiktüte. Dadurch sterben die Parasiten ab.