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Wenn das Kind Kopfschmerzen hat, können Eltern helfen
Oft hilft schon Ruhe
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Stress
  • Symptome
  • Schmerzmittel

Kopfschmerzen bei Kindern – und was dagegen hilft

Auch bei Kindern kommen Kopfschmerzen vor. Meist sind sie ein Warnsignal, das Eltern und der Nachwuchs ernst nehmen sollten. Lesen Sie hier, was Sie gegen die Schmerzen tun können.

In der Regel sind Schmerzen, auch Kopfschmerzen, eine sinnvolle Reaktion auf schädliche Vorgänge im Körper. Für manche Kopfschmerzen sind äußere Einflüsse ursächlich: ein Sturz vom Fahrrad oder eine Grippe etwa. Andere entstehen im Kopf. Schulstress oder zu viel Fernsehen lösen sie beispielsweise aus. „Dazu zählen Spannungskopfschmerzen und Migräne“, sagt Professor Dr. Jörg Dötsch, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Uniklinik Köln. „Auslöser sind auch schlechte Luft, Schwüle, Hitze oder Lärm.“

Ursachen von Spannungskopfschmerzen

Bei starker Belastung, großer Aufregung oder durch zu langes Spielen am Computer können Spannungskopfschmerzen entstehen. „Der Schmerz ist häufig vorne an der Stirn, dauerhaft, gleichförmig drückend oder dumpf“, erläutert Professor Dötsch. „Meist etwas später im Leben kann auch Migräne auftreten. Dabei ist einem häufig übel, alle Sinne sind empfindlicher.“ Das Tückische: Bewegung verschlimmert meist den Schmerz, der bei Kindern in beiden Kopfseiten sitzt und dort pocht und hämmert.

Migränekopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen

Häufigkeit bei KindernEtwa jedes zehnte Kind leidet unter Migräne, nach der Pubertät leiden Mädchen meist häufiger darunter als JungenSehr häufig. Mehr als 50 Prozent der Kinder kennen Spannungskopfschmerzen
Art des SchmerzesPulsierend, hämmernd, meist heftiger werdend, vor allem bei kleinen Kindern, häufig beidseitigGleichmäßig, drückend, dumpf, meist beidseitig
Dauer des SchmerzesKürzer als bei Erwachsenen, meist zwischen einer und sechs Stundenhalbe Stunde bis eine Woche
Weitere SymptomeÜbelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, halluzinatorische Sehstörungen (Alice-im-Wunderland-Syndrom)Gelegentlich leichte Übelkeit, typische Migräne-Symptome fehlen aber in der Regel  


Was gegen Kopfschmerzen hilft

Ein geregelter Alltag kann Kopfschmerzen oft verhindern. Auf folgende Details sollten Sie achten:

  • regelmäßige Mahlzeiten
  • über den Tag ausreichend trinken
  • rechtzeitig zu Bett gehen
  • nicht zu lange fernsehen oder am Computer spielen
  • auf frische Luft und Bewegung achten
  • sich mit Freunden treffen
  • zwischendurch mal eine Pause einlegen

Selbst wenn Sie und Ihr Kind diese Ratschläge beherzigen – manchmal lassen sich Kopfschmerzen dennoch nicht vermeiden. Dann ist es wichtig, die Ursache der Schmerzen zu kennen. „Wenn Eltern und eventuell ein Arzt sichergestellt haben, dass ein harmloser Kopfschmerz besteht, helfen oft Ruhe, ein kalter Waschlappen auf der Stirn oder das Massieren derselben“, sagt Professor Dr. Jörg Dötsch. „Auch Übungen zur Entspannung helfen in vielen Fällen. Dadurch lernt man, mit seinem Kopfschmerz umzugehen und ihn zu kontrollieren.“

Wer oft Schmerzen hat, verliert den Überblick, wann die Schmerzen wie stark waren. Um den Kindern beim Erinnern zu helfen, können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind ein Kopfschmerztagebuch führen und mit in die Sprechstunde nehmen. So weiß der Arzt genau, wann die Schmerzen wie stark waren.

Wann helfen Schmerzmittel?

Wenn nichts hilft und die Kopfschmerzen über längere Zeit unverändert stark bleiben, sollten Eltern ihren Kindern ein Medikament geben. „Die Art des Medikaments und der Zeitpunkt der Einnahme müssen mit einem Arzt geklärt werden“, betont Professor Dr. Jörg Dötsch. „Wer feststellt, dass bestimmte Situationen zu Migräne führen, kann lernen, die Auslöser ebenso wie bestimmte Nahrungsmittel zu vermeiden oder damit wie mit Stress umzugehen.“ Auch regelmäßiger Sport kann gegen Kopfschmerzen bei Kindern helfen.