Die AOK-Initiative für Familien
Ein Mädchen mit Zöpfen beim Augenarzt.
Seh­schwäche rechtzeitig behandeln

 

 

Schwachsichtigkeit bei Kindern

Schwachsichtigkeit oder Amblyopie ist eine weit verbreitete Sehstörung, bei der das Gehirn Ihres Kindes ein Auge bevorzugt und das andere vernachlässigt. Wir erklären, wie es dazu kommt und wie Ihr Augenarzt die Sehschwäche behandeln kann.

Normalerweise verarbeitet das menschliche Gehirn die Bilder, die unsere Augen weiterleiten, gleichmäßig. Nur so können wir optimal sehen und Dinge in der Nähe oder in größerer Entfernung erkennen. Ist Ihr Kind schwachsichtig, erhält das Gehirn von seinen Augen auf Dauer zwei so unterschiedliche Bilder, dass kein gemeinsamer Sinneseindruck entsteht.

Die Folge: Um unscharfe Doppelbilder zu vermeiden, blendet das Gehirn Ihres Kindes die Wahrnehmungen des schwächeren Auges aus und konzentriert sich auf die Bilder des stärkeren Auges. Aus diesem Grund entwickelt sich das Sehvermögen Ihres Kindes nicht richtig. Mediziner sprechen in diesem Fall von Schwachsichtigkeit oder Amblyopie, was übersetzt so viel wie „stumpfes Auge“ heißt.

Amblyopie in Zahlen

4 bis 6 Prozent aller Kinder leiden in Deutschland schätzungsweise an Amblyopie.
60 bis 70 Prozent aller schielenden Kinder entwickeln eine Schwachsichtigkeit.
2 Prozent aller deutschen Jungen und Mädchen, die nicht schielen, leiden an Schwachsichtigkeit.

Schwachsichtigkeit – auf welche Anzeichen Sie achten sollten

Amblyopie entwickelt sich normalerweise vor dem siebten oder achten Lebensjahr. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind nicht gut sieht, sollten Sie unbedingt mit ihm zum Augenarzt gehen.

Zu den häufigsten Ursachen für Schwachsichtigkeit gehört Schielen: Ein Auge Ihres Kindes schaut geradeaus, während das zweite in eine andere Richtung blickt – und deshalb ein ganz anderes Bild wahrnimmt. 60 bis 70 Prozent aller schielenden Kinder entwickeln eine Schwachsichtigkeit. Achten Sie darauf, ob Ihr Nachwuchs regelmäßig Gegenstände nah ans Auge hält oder seinen Kopf zu einer Seite dreht, um Dinge leichter zu erkennen.

Amblyopie kann auch auftreten, weil Ihr Kind auf dem einem Auge unscharf sieht. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Auge kurz- oder weitsichtig ist. Auch die Verformung der Linse oder der Hornhaut des Auges kann eine Sehschwäche hervorrufen.

Ihr Augenarzt sorgt für Klarheit

Die gute Nachricht: Es gibt unterschiedliche Untersuchungen, mit deren Hilfe Ihr Augenarzt herausfinden kann, ob Ihr Kind tatsächlich an Schwachsichtigkeit leidet. Je nach Form und Schwere der Amblyopie, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Behandlung.

Meist setzt sich die Therapie aus verschiedenen Maßnahmen zusammen:

  • Der Arzt verschreibt Ihrem Kind eine Brille, die es mehrere Wochen tragen muss. Sie sorgt dafür, dass das schwache Auge wieder scharf sieht.
  • Oft deckt der Mediziner das bevorzugte Auge mehrere Stunden am Tag mit einem speziellen Pflaster ab. So trainiert Ihr Kind sein schwächeres Auge.
  • Augentropfen erzielen die gleiche Wirkung: Sie trüben zeitweilig die Sicht des stärkeren Auges. Das schwächere Auge wird dadurch stärker gefordert und zum Sehen angeregt, damit sich seine Sehkraft verbessert.
Wie Sie Ihr Kind bei der Behandlung unterstützen

Verständnis zeigen

Reagieren Sie verständnisvoll, falls Ihr Kind sein Augenpflaster nicht gerne trägt, und erklären Sie ihm, warum die Behandlung nötig ist. Ein Trost: Nach wenigen Monaten ist die Therapie meist vorbei.

Feste Zeiten vereinbaren

Machen Sie gemeinsam feste Zeiten aus, in denen Ihr Kind das Augenpflaster trägt. Belohnen Sie Ihren Nachwuchs mit kleinen Geschenken, wenn er sich an die Absprache hält.

Pflaster verschönern

Schnappen Sie sich wasserfeste Stifte oder Farben und bemalen Sie das Pflaster Ihres Kindes gemeinsam. Das hilft Ihrer Tochter oder ihrem Sohn, den ungeliebten Gegenstand leichter zu akzeptieren.

Nicht groß beachten

Behandeln Sie Ihr Kind so normal wie möglich und sorgen Sie dafür, dass sich nicht alles um das Pflaster dreht. So schenkt auch Ihr Kind der lästigen Abdeckung weniger Aufmerksamkeit.

Verständnis zeigen
Feste Zeiten vereinbaren
Pflaster verschönern
Nicht groß beachten

Schwachsichtigkeit früh erkennen

Seit 2008 gibt es mit der U7a eine zusätzliche Früherkennungsuntersuchung für gesetzlich Versicherte. Sie richtet sich an Kinder von knapp drei Jahren soll dafür sorgen, dass Eltern und Ärzte Sehschwächen rechtzeitig erkennen. Behandelt Ihr Augenarzt Schwachsichtigkeit möglichst früh, beugen Sie lebenslangen Fehlsichtigkeiten Ihres Kindes vor.