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Lotion, Gele oder Puder helfen gegen Windpocken.
Vorsicht! Windpocken sind ansteckend

 

 

Windpocken: Nicht kratzen, auch wenn’s juckt

Ihr Kind hat Fieber und juckende rote Bläschen an Kopf oder Oberkörper – und es werden immer mehr? Dann hat sich Ihr Nachwuchs vermutlich mit Windpocken angesteckt. Was Sie als Eltern jetzt beachten müssen? Wir haben die wichtigsten Antworten für Sie.

Was sind Windpocken?

Windpocken gehören zu den häufigsten Kinderkrankheiten und sind sehr ansteckend. Sie werden durch das Varizella-Zoster-Virus hervorgerufen, das zur Gruppe der Herpes-Viren gehört. Windpocken sind zwar unangenehm, verursachen aber selten ernste Probleme, wenn die körperliche Abwehr Ihrer Tochter oder Ihres Sohnes stabil ist. Bei den meisten Kindern heilt eine Windpocken-Erkrankung innerhalb von zwei Wochen aus. Wer einmal Windpocken hatte, ist in der Regel sein Leben lang immun. Nur wenn die erste Infektion sehr früh auftrat oder sehr schwach verlief, kann man auch ein zweites Mal erkranken, weil sich nicht genügend Antikörper bilden konnten.

Woran erkenne ich Windpocken?

Etwa zwei Wochen nach Kontakt mit dem Windpockenvirus klagen viele Kinder für ein bis zwei Tage über Unwohlsein. Sie haben Kopf- und Gliederschmerzen, seltener auch leichtes Fieber. Anschließend tritt stark juckender Ausschlag auf: Meist erscheinen anfangs Knötchen im Gesicht und am Oberkörper und breiten sich von dort über den ganzen Körper aus. Die Veränderungen können Haut und Schleimhäute betreffen. Aus den Knötchen entwickeln sich mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen, die drei bis fünf Tage nach Beginn des Ausschlages abheilen und eine Kruste bilden, die von selbst abfällt.

Wer kann sich anstecken?

Windpocken gelten als Kinderkrankheit: Das liegt daran, dass vor allem Kindergarten- und Schulkinder zwischen zwei und zehn Jahren erkranken. Doch Vorsicht: Auch ältere Geschwister oder Sie als Eltern können sich anstecken, wenn sie nicht geimpft sind oder selbst nicht bereits Windpocken hatten. Bei Erwachsenen verläuft die Krankheit oft schwerer und kann in sehr seltenen Fällen zum Beispiel eine Lungen- oder Hirnhautentzündung auslösen. Infizierte Schwangere können das Virus an ihre Kinder weitergeben.

Wie stecken Kinder sich an?

Windpockenviren werden typischerweise als Tröpfcheninfektion übertragen, und das schon zwei Tage vor Ausbruch der Erkrankung. Sehr wahrscheinlich hat Ihr Nachwuchs winzige Speicheltröpfchen eingeatmet, die Infizierte beim Atmen, Niesen, Husten oder Sprechen an die Luft abgeben. Ansteckende Viren können aber auch auf Spielsachen, Türgriffen, Wasserhähnen oder Kleidung lauern. Der direkte Kontakt mit Kranken ist noch riskanter: Die Flüssigkeit in den Windpocken-Bläschen enthält jede Menge Viren und ist besonders ansteckend. Sind die Bläschen geplatzt oder hat die erkrankte Person sie aufgekratzt, können die Viren andere Menschen bei Berührung infizieren.

Wie vermeide ich, dass mein Kind andere Kinder ansteckt?

Kita oder Schule informieren

Das Risiko einer Ansteckung ist hoch: Mit Windpocken darf Ihre Tochter oder Ihr Sohn weder in die Schule noch in den Kindergarten gehen. Informieren Sie Lehrer und Erzieher möglichst schnell über die Erkrankung.

Termin beim Kinderarzt

Gehen Sie zum Kinderarzt. Nur er kann feststellen, ob es sich tatsächlich um Windpocken handelt. Fragen Sie auch, wie Sie beim Besuch in der Praxis eine Ansteckung vermeiden können.

Kontakt vermeiden

Mit Windpocken sollte Ihr Kind zu Hause bleiben. Vermeiden Sie Kontakte zu Familienmitgliedern oder Besuchern, die selbst noch keine Windpocken hatten und auch nicht dagegen geimpft sind.

Gründlich die Hände waschen

Wenn Ihr Kind Windpocken hat, sollte Ihre ganze Familie besonders auf Sauberkeit achten, etwa in der Küche und im Bad. Häufiges und gründliches Händewaschen kann dazu beitragen, eine Ansteckung zu verhindern.

Kita oder Schule informieren
Termin beim Kinderarzt
Kontakt vermeiden
Gründlich die Hände waschen

Wie lange ist mein Kind ansteckend?

Schon ein bis zwei Tage bevor der typische Ausschlag auftritt, kann Ihr Sprössling andere Kinder anstecken. Wie viele Bläschen sich insgesamt entwickeln, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Erst wenn die letzten Bläschen eingetrocknet und die Krusten abgefallen sind, ist die Ansteckungsgefahr vorüber. Das Abheilen der Bläschen dauert normalerweise zwischen drei und fünf Tagen.

Was tun gegen Windpocken?

In aller Regel bekommt das körperliche Abwehrsystem Ihres Kindes die Erreger allein unter Kontrolle. Ihr Kinderarzt behandelt lediglich die Symptome: Um den Juckreiz zu lindern und die Bläschen auszutrocknen, verschreibt er Lotionen, Gele oder Puder. Bei Fieber oder Gliederschmerzen sollten Sie Ihren Kinderarzt nach geeigneten Medikamenten fragen.

Wie kann ich einer Ansteckung vorbeugen?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt für Kinder eine Impfung gegen Windpocken. Die erste Impfung sollte Ihr Kinderarzt im Alter von 11 bis 14 Monaten vornehmen, die zweite im Alter von 15 bis 23 Monaten. 4 bis 6 Wochen sollten aber mindestens zwischen den beiden Spritzen liegen. Moderne Kombinationsimpfstoffe schützen gleichzeitig gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Hat Ihr Arzt die Impfung nicht im empfohlenen Alter vorgenommen, können Sie sie jederzeit nachholen.

Gürtelrose – mit Windpocken verwandt

Hat Ihr Kind die Windpocken überstanden, schlummern die Varizella-Zoster-Viren weiter im Körper. Ist das Immunsystem geschwächt, können sie Jahre später wieder aktiv werden und eine Gürtelrose verursachen. Der schmerzhafte Hautausschlag hat eine typische Form, die an einen Gürtel erinnert: Gürtelrose tritt meist einseitig auf und zieht sich streifenförmig über die betroffene Körperhälfte.