Die AOK-Initiative für Familien
Die FSK gibt Empfehlungen, welche Filme für Kinder geeignet sind
Mediennutzung mit Kindern

 

 

Die FSK empfiehlt – und was haben Eltern davon?

Ein Kinobesuch, ein DVD-Nachmittag mit Freunden oder ein Fernsehabend mit der Familie: Filme gucken ist für viele Kinder und Jugendliche ein großes Vergnügen. Doch nicht alle Filme sind für den Nachwuchs geeignet. Mit ihren unverbindlichen Empfehlungen gibt die FSK Eltern eine Entscheidungshilfe an die Hand. Doch wie verlässlich sind die Ratschläge?

An der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK), einer Einrichtung der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V., sind Vertreter ganz unterschiedlicher Berufssparten beteiligt. Etwa 250 Psychologen, Pädagogen, Lehrer, Journalisten, Medienwissenschaftler und Filmhistoriker sowie Rechtsanwälte und Richter aus ganz Deutschland prüfen ehrenamtlich Kino-, DVD-, oder Blu-ray-Filme und vergeben rund 4000 Freigaben pro Jahr.

Keine ästhetische Bewertung

Bei ihrer Einschätzung achtet die FSK nach eigener Aussage auf die gesetzliche Vorgabe des Jugendschutzgesetzes: Filme und andere Trägermedien, die „geeignet sind, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen“, werden für die Altersstufe nicht freigegeben. Dabei befolgen die Sachverständigen durchaus feste Richtlinien (siehe Grafik). Trotzdem betont die FSK, dass „mit der Altersfreigabe keine pädagogische Empfehlung oder ästhetische Bewertung verbunden“ ist.

Inhomogene Altersgruppen

In den Prüfverfahren der FSK werden die Freigaben für fünf Altersstufen vorgenommen: Ab 0, ab 6, ab 12, ab 16 und ab 18 Jahren. „Auf das Urteil der FSK kann man sich grundsätzlich verlassen“, erklärt AOK-Expertin Mechthild Witte. „Allerdings lässt sich nie genau einschätzen, wie Kinder bestimmte Szenen letztlich wahrnehmen.“ Die Diplom-Sozialpädagogin rät Eltern, die sich bei der Einschätzung eines Films nicht sicher sind, daher zur Eigeninitiative: „Im Zweifelsfall ist es am besten, den Film zuerst selbst anzuschauen.“

„Jedes Kinder ist anders“

Gerade der relativ große Abstand zwischen den einzelnen Altersstufen der FSK kann ein Problem darstellen. Ein sechsjähriges Kind unterscheidet sich meist deutlich von einem Elfjährigen, beide fallen jedoch in die gleiche Altersgruppe. „Vielleicht wäre es gut, nochmal zu differenzieren“, so Mechthild Witte. Die AOK-Expertin gibt aber auch zu bedenken: „Jedes Kind ist anders und bringt andere Eigenschaften und Voraussetzungen mit. Wichtig ist daher insbesondere der Dialog mit den Kindern, weil Eltern selbst nicht immer hundertprozentig beurteilen können, ob Filme für ihr Kind geeignet sind oder ihm vielleicht sogar Angst machen.“

„Kinderfilmwelt“ als Alternative 

Eine gute Hilfe kann das Portal Kinderfilmwelt sein. Das vom Bundesfamilienministerium geförderte und vom Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum betreute Angebot stellt eine Vielzahl aktueller und älterer Filme vor, die mit konkreten Altersempfehlungen verknüpft sind. So wissen Sie nach wenigen Klicks, ob der brandneue Kinohit sich für ihr Kind eignet. Besonders nützlich: Vor allem zwischen den Jahren 6 und 12 gibt es eine Vielzahl von Abstufungen. 

Fazit

Die Experten der FSK haben viel Erfahrung und nehmen ihre Verantwortung ernst. Trotzdem sollten Eltern ihren Empfehlungen nicht blindlings folgen. Denn Kinder sind sehr unterschiedlich und die Altersgruppeneinteilung der FSK kann das nicht komplett abbilden. Das Portal Kinderfilmwelt kann hier Abhilfe schaffen. Generell gilt: Wenn Eltern unsicher sind, sollten sie den Film zuerst allein oder gemeinsam mit ihrem Kind ansehen.

Mechthild Witte ist Diplom-Sozialpädagogin und Diätassistentin. Sie arbeitet seit mehr als 20 Jahren für die AOK, unter anderem im AOK Ratgeber-Forum Eltern & Kind. Ihre Schwerpunktthemen sind Ernährung und Erziehung.