Die AOK-Initiative für Familien
Tipps für Eltern: Fragen und Antworten zum Thema Fotos soziale Medien und Netzwerke für wie Instagram oder Facebook
Kinder und soziale Medien

 

 

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Fotos auf Facebook & Co.: Tipps für Eltern und Kinder

Das Leben wird immer digitaler – auch das Privatleben. Auf Facebook und Instagram werden jeden Tag mehr als 400 Millionen Bilder geteilt. Ein beliebtes Motiv sind dabei Kinderfotos. Eltern laden Bilder aus dem Familienalbum hoch, Kinder posten Selfies und Jugendliche Gruppenbilder vom Schulhof. Wer Fotos auf Facebook oder in anderen sozialen Netzwerken teilt, sollte einige Regeln beachten. Ein Ratgeber für Eltern. 

„Mit nur einem Klick kann man im Netz aus privaten Kinderfotos öffentliche machen und hat nicht mehr in der eigenen Hand, wie schnell sich die Bilder verbreiten“, betont André Theis, Referent und Social-Media-Experte des AOK-Bundesverbandes. „Deshalb sollten sich Eltern zunächst gut über die Einstellungsmöglichkeiten von Facebook und Instagram informieren“. Wie sich die Privatsphäre-Einstellungen auf Facebook sicher einrichten lassen, erfahren Eltern unter anderem in einer detaillierten Anleitung der Initiative SCHAU HIN!.

Mindestalter bei Facebook und Instagram liegt bei 13 Jahren

Für Eltern empfiehlt es sich, das Profil in einem sozialen Netzwerk gemeinsam mit ihrem Kind anzulegen. „So können Eltern Einfluss darauf nehmen, wer welche Inhalte sehen soll“, sagt Theis und ergänzt: „Gleichzeitig haben sie die Gelegenheit, ihrem Kind zu erklären, was sich hinter den Einstellungen verbirgt und wie wichtig Datenschutz und Privatsphäre sind.“ Offiziell dürfen Jugendliche Facebook und Instagram ab 13 Jahren nutzen. 

Hier einige Tipps für Eltern, was Kinder und Jugendliche in den sozialen Netzwerken beachten sollten:

  • In sozialen Netzwerken sollten Jugendliche einen Benutzernamen verwenden, der nicht dem echten Namen gleicht, auch wenn das einige Netzwerke verlangen. Generell gilt: Nur so wenig Daten wie möglich angeben.
  • Auch die E-Mail-Adresse für die Anmeldung sollte nicht auf den richtigen Namen hinweisen. 
  • Wer Fotos mit anderen Kindern und Jugendlichen bei Facebook posten will, muss die Privatsphäre der anderen respektieren und sollte sie nur posten, wenn Kinder und Eltern vorher zugestimmt haben. Markierungen sollten unterbleiben. In dem begleitenden Text zu so einem Foto sind die richtigen Namen zu vermeiden. 
  • Zudem gilt das Recht am eigenen Bild. Fotos und Videos von anderen bedürfen der Einwilligung der Abgebildeten. 
  • Kinder können oft nicht einschätzen, welche Fotos wie wirken. Bei Selfies in Badehose oder im Bikini kommt es zum Beispiel nicht immer zu positiven Kommentaren. Bilder in bestimmten Situationen können sogar zu Cyber-Mobbing führen. Deshalb ist es mehr als ratsam, Kinder dafür zu sensibilisieren. Fotos sollten nicht intim sein. 
  • Damit nur der Freundeskreis die eigenen Fotos sehen kann, darf in den Privatsphäre-Einstellungen auch nur Freunden Zugang zum Profil gewährt werden.
  • Kinder sollten niemanden in die Freundesliste aufnehmen, den sie nicht auch wirklich kennen.

5 Regeln für Eltern, die Kinderfotos teilen

Oft möchten auch Eltern ihr Familienglück teilen und Fotos von ihren Kindern veröffentlichen. Doch auch Eltern sollten einige Regeln beachten: 

  • Die Medienerziehung der eigenen Kinder fällt leichter, wenn man selbst als Vorbild vorangeht. Eltern sollten in sozialen Medien die Vorsichtsmaßnahmen einhalten, die sie von ihren Kindern verlangen.  
  • Auch für Eltern gilt: Bilder mit nur mit Bedacht veröffentlichen und auf Fotos von peinlichen Situationen verzichten. 
  • Zudem ist es immer besser, Kinderfotos nur mit Freunden als mit der ganzen Öffentlichkeit zu teilen. 
  • Kinder und Eltern, die ihre Bilder über das Smartphone hochladen, sollten die Ortsbestimmung deaktivieren – damit nicht jeder sehen kann, wo das Foto entstanden ist. 
  • Eltern sollten ihr Kind fragen, bevor sie ein gemeinsames Foto online stellen. Vorausgesetzt, das Kind ist alt genug, um darauf angemessen antworten zu können.
     

Die rechtliche Lage

Die Rechte am eigenen Bild sind geschützt. Die Privatsphäre ist zu respektieren. Grundsätzlich dürfen Bilder nur mit Einwilligung der Abgebildeten ins Netz gestellt werden. Bei Minderjährigen ist die Mitwirkung des gesetzlichen Vertreters erforderlich. Sobald ein Kind die damit verbundenen Risiken einschätzen kann, darf es mitentscheiden. Das ist in der Regel ab einem Alter von circa 12 Jahren der Fall.

Zusammengefasst: In sozialen Medien sollten weder Eltern noch Kinder unbedacht Fotos veröffentlichen. Von den Privatsphäre-Einstellungen über das Recht am eigenen Foto bis zum Bildmotiv gibt es auf Facebook, Instagram und Co. viele Dinge zu beachten. Hilfreich ist eine Entscheidungshilfe und ein Elternratgeber der Uni Basel, der zum Download angeboten wird.