Die AOK-Initiative für Familien
Weihnachtsgeschenke für Kinder – Tipps für Eltern
Einfach das richtige Geschenk finden

 

 

  • Tipps
  • Geschenke
  • Weihnachten

Weihnachts­geschenke für Kinder – 10 Tipps für Eltern

In der Adventszeit treibt Eltern die Frage um, welches das perfekte Weihnachts­geschenk für ihr Kind ist. Dabei ist gar nicht so schwierig, schöne Geschenke für den Nachwuchs zu finden. AOK-Expertin Mechthild Witte hat die passenden Tipps.

  • Wie finden Eltern das passende Geschenk? Ich denke, Eltern sollten herausfinden, was ihr Kind wirklich mag, wo seine Interessen liegen. Jedes Kind ist individuell. Beschenke ich mein Kind, muss das Präsent zu seinen Wünschen und Vorlieben passen – nicht nur zu Weihnachten, auch zu jedem anderen Anlass. Es ist ungünstig, sich in Sachen Geschenke an Trends oder Ratgebern zu orientieren.
  • Wie schenken Eltern altersgerecht? Wenn ihr Kind beispielsweise Lego mag, dann würde ich darauf achten, dass die Altersempfehlung des gekauften Sets etwas höher liegt als das tatsächliche Alter. So ist das Kind gefordert und das Geschenk wird nicht so schnell uninteressant. 
  • Woran können Eltern sich noch orientieren? Die Orientierungshilfen der Hersteller auf den Spielkartons helfen nicht immer weiter. Mir ist es häufiger passiert, dass ich Spiele aufgrund von Werbung und Altersempfehlung gekauft habe und am Ende völlig danebenlag. Besser ist es, wenn Eltern sich umhören. Ich lasse mir gerne von Freunden und Bekannten Spiele empfehlen. 
  • Was macht ein gutes Geschenk für Kinder aus? Grundsätzlich nicht der materielle Wert. Die Mühe, die sich der Schenkende bei der Auswahl macht, ist entscheidend. Wenn ich mir ernsthaft Gedanken mache und meinem Kind zuhöre, dann habe ich am Ende immer ein tolles Geschenk und kann eigentlich nicht danebenliegen.

Die drei goldenen Ratschläge des Schenkens:

Füllfeder-Icon: Guter Tipp

Mühe: Sie entscheidet über die Qualität des Geschenks – und nicht der Kaufpreis.

Glühbirnen-Icon: Gute Idee

 Empfehlungen: Verwandte und Bekannte haben oft gute Ideen. Lassen Sie sich inspirieren.

Diamant-Icon: Wertvoller Tipp

 Geldgeschenke: Eltern sollten auf Geldpräsente verzichten. Sie sind sehr unpersönlich.

  • Muss ein Präsent pädagogisch wertvoll sein? Nein, das finde ich nicht. Es darf ruhig auch mal Quatsch sein. Manchmal denken wir vielleicht: „Was für ein Mist. Wirklich schade um das Geld.“ Aber wenn ein Kind diesen Herzenswunsch hat, dann sollten wir das respektieren. Wir Erwachsenen haben ja auch viel Zeug im Keller oder Schrank: Ungenutzte Dinge, die uns nicht mehr interessieren, nachdem wir uns einen spontanen Shopping-Wunsch erfüllt haben.
  • Ab welchem Alter kommen Geldgeschenke zu Weihnachten infrage? Ich halte wenig von Geldgeschenken. Allenfalls eine Kombination ist aus meiner persönlichen Sicht in Ordnung: Wer beispielsweise ein Portemonnaie verschenkt, kann es mit einem hineingelegten Geldschein ein bisschen "aufwerten". Aber einfach Geld in einen Umschlag zu packen, davon halte ich sehr, sehr wenig – es wirkt lieblos und desinteressiert.
  • Wo sehen Sie bei Eltern und Verwandten noch Luft nach oben? Sie schenken zu viel und der persönliche, immaterielle Wert und die Emotionen rücken dabei in den Hintergrund. Es kommt nicht selten vor, dass Verwandte sich gegenseitig unter Zugzwang setzen. Dadurch artet das Schenken in einen Wettbewerb aus, bei dem jeder den anderen zu übertrumpfen versucht.
Geschenke sind Wert­schätzungDiplom-Sozialpädagogin Mechthild Witte
  • Sollten Familien abstimmen, was und wie viel die Kinder geschenkt bekommen? Ja, Absprachen halte ich für unbedingt erforderlich. Kinder schreiben gerne Wunschzettel oder äußern ihre Wünsche mit zunehmendem Alter sehr konkret. Das macht die Abstimmung für Schenkende leichter und die Wahrscheinlichkeit ist größer, dass die Verwandten die Wünsche der Kinder erfüllen. Absprachen vermindern zudem das Risiko unerwünschter Geschenke.
  • Wie sollten Eltern unter dem Weihnachtsbaum mit enttäuschten Kindern umgehen? Möglichst offen! Ich finde es berechtigt, dass ein Kind enttäuscht ist, wenn es nicht bekommt, was es sich gewünscht hat. Vielleicht war der Wunsch unangemessen. Oder es war finanziell nicht möglich, etwas in der Größenordnung zu besorgen. Gründe, warum das Gewünschte nicht unter dem Tannenbaum liegt, gibt es viele. Je nach Alter wird das Kind wahrscheinlich emotional. Auch das ist in Ordnung. Anschließend sollten Eltern das Gespräch suchen und dem Kind erklären, warum es das Gewünschte nicht gab. Außerdem müssen Kinder lernen, dass nicht zwingend alle Wünsche in Erfüllung gehen.
  • Sollten Kinder Eltern und Verwandte beschenken? Solange Kinder an den Weihnachtsmann glauben, gibt es dafür keinen Grund. Aber wenn sie älter sind und wissen, dass die Geschenke von den Eltern kommen, ist es ratsam, dass Kinder ebenfalls Kleinigkeiten verschenken. Erwartet das Kind, dass andere sich Mühe geben, kann es sich ebenfalls bemühen. Natürlich immer im Rahmen seiner Möglichkeiten. Und Kinder schenken unglaublich gerne. Sie sind stolz, wenn sie zu Weihnachten etwas Selbstgebasteltes überreichen und können das in aller Regel kaum abwarten.

Mechthild Witte ist Diplom-Sozialpädagogin und Diätassistentin. Sie arbeitet seit mehr als 20 Jahren für die AOK, unter anderem im AOK Ratgeber-Forum Eltern & Kind. Ihre Schwerpunktthemen sind Ernährung und Erziehung.