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Erziehung: wie Kinder Mitgefühl lernen

Von niemandem schauen Kinder sich so viel ab wie von Mama und Papa. Vor allem wenn es um Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe geht, haben Eltern eine Vorbildfunktion. Fünf Tipps, wie Sie Ihrem Nachwuchs wichtige soziale Werte vermitteln.

Eltern wollen für Ihre Kinder nur das Beste. Deshalb legen sie häufig Wert darauf, dass ihr Nachwuchs fleißig ist und gute Noten nach Hause bringt. Die Schattenseite: Soziale Werte kommen bei der Erziehung mitunter zu kurz, wie eine Studie der Universität Harvard zeigt. Deshalb sollten Eltern ihren Kindern vermitteln, dass nicht nur das persönliche Glück wichtig ist – sondern auch das Wohlergehen der anderen. Doch wie erziehen Sie Ihre Kinder zu hilfsbereiten, mitfühlenden und engagierten Menschen?

Mitleid ist die wahre Grundlage des Charakters.Anatole France, französischer Schriftsteller und Historiker

Liebevolle Eltern sind das beste Vorbild

Wenn Ihre Kinder eine sichere und liebevolle Beziehung zu Ihnen haben, wird es ihnen leichter fallen, selbst eine vertrauensvolle Bindung zu anderen Menschen aufzubauen. Zeigen Sie sich deshalb so mitfühlend und aufgeschlossen wie möglich: Ein offenes Ohr für Probleme in der Schule zu haben, gehört genauso dazu, wie bei kleinen und großen Wehwehchen Trost zu spenden. Auch sollten Sie sich in Konflikten mit anderen Kindern oder Eltern für Ihre Tochter oder Ihren Sohn einsetzen – soweit notwendig.

Kindliche Gefühle ernst nehmen

Ob Freude, Wut, Glück oder Trauer: Kinder wechseln oft schnell von einer Gefühlswelt in die andere. Geben Sie Ihren Kindern zu verstehen, dass starke Emotionen erlaubt sind. Üben Sie mit Ihnen, wie sie mit Gefühlen umgehen können. Das eine Mal hilft es, sich auszutoben, das andere Mal ist es gut, fünfmal tief ein- und auszuatmen. Und manchmal möchten Ihre Kinder vielleicht auch einfach allein mit ihren Gefühlen sein. All das ist in Ordnung. Wenn Kinder wissen, dass Eltern ihre Gefühle ernst nehmen, fällt es ihnen leichter, die Gefühle anderer zu respektieren.

Zu Fairness und Offenheit anregen

Kinder können die Konsequenzen ihres Verhaltens nicht immer abschätzen. Verhalten Ihre Kinder sich nicht korrekt, sollten Sie deshalb nicht nur mit Kritik reagieren – sondern auch an ihre Gefühle appellieren. Wenn Ihr Nachwuchs anderen Kindern die Spielsachen wegnimmt, könnten Sie etwa fragen, wie Ihre Tochter oder Ihr Sohn sich in der gleichen Situation fühlen würde. Ermutigen Sie Ihren Nachwuchs außerdem dazu, unbekannten Kindern oder neuen Klassenkameraden offen und mit Freundlichkeit zu begegnen.

Soziales Engagement steigert die Empathie

Werte wie Höflichkeit, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe verinnerlicht Ihr Kind am besten, indem es gemeinsam mit Gleichaltrigen Gutes tut. Bestärken Sie Ihr Kind deshalb darin, bei Schulprojekten mitzumachen, einer Jugendgruppe beizutreten oder sich in sozialen Projekten zu engagieren. Auf diese Weise kann Ihr Kind viel dazulernen.

So kann Ihr Kind sich engagieren

Nachhilfe geben

Ist Ihr Kind in einem oder mehreren Schulfächern besonders gut, kann es sein Wissen an schwächere Mitschüler weitergeben. Auch hilfreich: kleine Geschwister bei den Hausaufgaben unterstützen oder ihnen vorlesen.

Im Jugendparlament mitreden

Viele Kommunen haben sogenannte Jugendräte, für die Kinder und Jugendliche kandidieren. Dort lernen sie zu diskutieren, abzuwägen und verantwortungsvolle Entscheidungen für sich und andere zu treffen.

Jugendorganisationen beitreten

In Deutschland gibt es zahlreiche Organisationen, die das soziale Engagement von Kindern fördern. Dort kann Ihr Kind Gleichaltrige kennenlernen und spannende Projekte vorantreiben.

Nachhilfe geben
Im Jugendparlament mitreden
Jugendorganisationen beitreten

Loben und unterstützen

Hat Ihr Kind Mitmenschen unterstützt, sich in einem sozialen Projekt engagiert oder sich anderweitig vorbildlich benommen? Zeigen Sie Ihrem Nachwuchs, wie sehr Sie sich darüber freuen und bestärken Sie Ihren Sohn oder Ihre Tochter darin, das Engagement beizubehalten. Dabei sollten Sie immer darauf achten, Ihrem Kind genügend Freiräume für eigene Entscheidungen und Erfahrungen zu lassen – im Positiven wie im Negativen. Nur so kann es Kind bleiben und selbst dazulernen.