Die AOK-Initiative für Familien
Wie und wann beginnt ein Kind zu sprechen und wie kann ich beim spätem Sprechen helfen und fördern?
Erste Worte

 

 

  • Sprechen lernen
  • Sprachentwicklung
  • Zuhören
  • Eltern
  • Kind
  • Persönlichkeit

Sprechen lernen: Wie Eltern die Sprachentwicklung des Kindes unterstützen

Wenn Kinder sprechen lernen, erzählen sie viel – und fragen noch mehr. Das Wörtchen „ich“ spielt eine zentrale Rolle. Mama und Papa unterstützen das Lernen der Sprache bei Bedarf. Die besten Tipps dafür gibt es hier. 

Entdecken Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die fantasievolle Welt der Sprache. Im dritten Lebensjahr geht es mit der Entwicklung der Sprache stürmisch voran. Der Nachwuchs erzählt, was er gerade spielt, schmeckt oder sieht. Von nun an ist das Kind Gesprächspartner. Seine Sätze werden länger und komplexer. Sohn oder Tochter spricht: 

  • Verben (Tätigkeitswörter) 
  • Nomen (Namenwörter) 
  • Adjektive (Eigenschaftswörter) 
  • Artikel (der, die, das) 
  • erste Präpositionen (in, unter)
  • Personalpronomen (ich, du, mein) 

Eltern sind gefordert, wenn die Kinder sprechen lernen

Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? Mit diesen Fragewörtern beginnt Ihr Kind jetzt den Großteil seiner Sätze. Die Suche nach Antworten ist herausfordernd. Vor allem, wenn die gleiche Frage wieder und wieder gestellt wird. 

Freuen Sie sich über das Interesse und die Neugierde Ihres Kindes und antworten Sie altersgerecht. Auf die Frage „Warum schneit es?“ erwarten Dreijährige keine meteorologischen Erklärungen. „Weil es kalt ist“ reicht als Antwort völlig aus. Wichtig ist, dass Sie die Frage ernst nehmen und beantworten.

Sprachentwicklung: Geräusche in der Schwangerschaft

Die Entwicklung der Sprache beginnt, lange bevor ein Kind mit etwa elf Monaten seine ersten Wörter spricht. Schon während der Schwangerschaft nimmt es Geräusche wahr. Neugeborene reagieren auf vertraute Stimmen, angenehme Klänge sowie auf laute und unangenehme Geräusche.

In den ersten 36 Lebensmonaten reift die Hör-Nervenbahn komplett aus. Im Alter von drei Jahren kann ein Kind die Laute seiner Umgebungssprache allmählich unterscheiden. In der folgenden Zeit verbessert sich die Aussprache, da Ihr Kind Kiefer- und Gesichtsmuskulatur immer geschickter bewegt.

Nicht gleich perfekt

Beim Sprechen arbeiten zahlreiche Gesichtsmuskeln, die Zunge und die Lippen zusammen. Dabei sind Aussprachefehler anfangs normal. So wird bei kleinen Sprachkünstlern aus Schuh „Suh“, aus Treppe wird „Kreppe“ oder aus Stuhl „Duhl“. Doch keine Sorge, diese Fehler und das typische Lispeln verschwinden in den kommenden Lebensjahren meist von selbst.

Die gezielte Förderung des kleinen Sprechkünstlers fällt mit diesen Ratschlägen leicht:

  • Reden Sie viel mit Ihrem Kind. Erzählen Sie, was Sie gerade tun oder planen. Fragen Sie es nach seinen Aktivitäten oder seinen Erlebnissen des Tages. Korrigieren Sie Ihr Kind nicht. Mit Kritik entmutigen Sie es auf Dauer. Greifen Sie falsch ausgesprochene Wörter auf und sprechen Sie diese richtig aus. 
  • Quatsch mit Soße: Kinder lieben Fantasiewörter, Sprachspiele und Reime, zum Beispiel beim Anziehen: „Der Fuß muss in den Socken rein, da ist’s schön warm, au das ist fein.“ Oder wie wär’s mit lustigen Fingerspielen? 
  • Rollenspiele machen Spaß. Und beim „Einkaufen“, „Arztbesuch“ oder „Vater-Mutter-Kind“-Spielen lernt das Kind ganz nebenbei die richtige Syntax, das richtige Satzgefüge. Vorlesen und gemeinsam Bilderbücher anschauen erweitern den Wortschatz. 
  • Fernsehen und Computer sind eine „kommunikative Einbahnstraße“. Das Kind hört, wird aber nicht aufgefordert, selbst zu sprechen. Die Nutzungsdauer von Fernsehen und Computer sollten Sie auf maximal 30 Minuten pro Tag beschränken. 

Alles in Ordnung? 

Sollten sie über die normale Entwicklung hinaus Auffälligkeiten bei Ihrem Kind beobachten, hilft ein Gespräch mit dem Kinderarzt. Mögliche Anlässe sind: 

  • Ihr Kind nimmt beim Sprechen selten Blickkontakt auf. 
  • Die Aussprache ist unverständlich. 
  • Es hat kaum einen Wortschatz außer „Mama“ und „Papa“. 
  • Es spricht keine Zweiwortsätze.
  • Ihr Kind versteht Sie selten. 

Unsere Tipps und Informationen zur Sprachentwicklung helfen Ihnen, Ihr Kind bestmöglich zu unterstützen, wenn es sprechen lernt. Wer zuhört und viele Fragen altersgerecht beantwortet, hilft den kleinen Sprachkünstlern beim Eintritt in die kreative Sprachwelt.