Die AOK-Initiative für Familien
Drei Kinder im Gespräch
Toleranz statt Vorurteile

 

 

Toleranz ist Training

Toleranz ist Übungssache. Wie Fahrradfahren oder Schwimmen müssen Kinder lernen und trainieren, ohne Vorurteile zu denken und zu handeln. Dabei gilt: je früher, desto nachhaltiger.

Unsere demokratische Gesellschaft ist bunt und vielfältig. Schon im Kindergarten und in der Schule treffen Kinder häufig auf Gleichaltrige, die einen anderen ethnischen Hintergrund haben oder aus einer anderen sozialen Schicht kommen. Wenn vermeintlich Fremde zu Freunden werden, werden sie zu einem Teil von uns.

Toleranz lernen – auf Kulturreise gehen

Bleiben diese Freundschaften aus, macht Ihr Kind diese persönlichen Erfahrungen nicht. Ihre Tochter oder Ihr Sohn nehmen so eher Ansichten und Wertungen anderer auf – darunter sicherlich auch Vorurteile. Sie beziehen sich häufig auf Menschen mit anderer Hautfarbe, anderen Lebensgewohnheiten und Vorlieben. Oft entstehen Vorurteile durch einen Mangel an Wissen und Angst vor Neuem. Eltern können dem vorbeugen und den Austausch der Kulturen fördern. Dadurch lernt Ihr Nachwuchs Verständnis, entwickelt Respekt und zeigt sich grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber Neuem und Fremdem.

Toleranz: ist das Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungen und Sitten. Umgangssprachlich ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung gemeint. Quelle: Wikipedia

 

 

Als Familie können Sie gemeinsam Kulturreisen unternehmen, egal ob im Urlaub, im Kino, bei Veranstaltungen oder in der Moschee, Kirche oder Synagoge um die Ecke: Entdecken Sie gemeinsam Riten, Feste und Bräuche anderer Kulturen und Religionen.

Sie können Toleranz aber auch in der eigenen Familie entdecken und lernen. Lesen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern zum Beispiel Geschichten aus anderen Ländern, lauschen Sie Hörspielen oder schauen Sie Filme, in denen Helden mit verschiedenen Hintergründen und Hautfarben tolle Abenteuer erleben. Auch Reiseberichte sind spannend und fördern Neugier auf Neues.

Intoleranz – in Maßen normal

Der Mensch ist ein soziales Wesen – er vertraut vor allem der eigenen Gruppe und zeigt sich gegenüber Fremden misstrauisch. Kinder ab drei Jahren entwickeln eine gewisse Intoleranz. Sie gehört zum normalen Sozialverhalten: Kinder schließen Freundschaften und teilen ihr Umfeld in Gruppen und Kategorien ein. Sie fühlen sich der einen Gruppe zugehörig und distanzieren sich von einer anderen. Junge oder Mädchen – das Geschlecht gehört in der Regel zu den ersten Kategorien.

Toleranz stützt sich auf die Anerkennung der Menschenrechte und Grundfreiheiten anderer.UNESCO, Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur


Speziell im Alter zwischen fünf und sieben kann diese Abgrenzung Vorurteile fördern. Zu diesem Ergebnis sind Forscher nach der Auswertung zahlreicher Studien gekommen. Achten Sie darum in diesem sensiblen Zeitraum verstärkt auf die Ansichten Ihrer Kinder und steuern Sie gegebenenfalls gegen. Zudem können Sie Erzieher oder Lehrer anregen, tolerantes Verhalten und Miteinander in diesem Alter gezielt zu fördern.

Vorbild – Eltern in der Pflicht

Die Fähigkeit zur Empathie ist ebenfalls zentral für tolerantes Verhalten. Auch hier können Eltern Vorbilder sein. Teilen Sie Ihre Gefühle mit Ihrem Nachwuchs und gestehen Sie auch Schwächen und Fehler ein. So können Ihre Kinder Einfühlungsvermögen entwickeln und anderen Menschen Verständnis und Mitgefühl entgegenbringen.